Hundeführschein
HUNDEFÜHRSCHEIN® (HF) DEHRA-Trainer®
1. Grundvoraussetzungen
Hund und Hundeführer (HF) müssen durch einen Dehra-Trainer zur Prüfung angemeldet werden und sollten eine geeignete Ausbildung durchlaufen haben.Hundeführer kann den Hund auch selbständig ausgebildet haben. Der Hund muss das Alter von 12 Monaten, der HF das Alter von 18 Jahren erreicht haben. Die Prüfung darf nur durch einen autorisierten Dehra-Trainer abgenommen werden. Ein bei der Ausbildung von Hund und HF beteiligter Dehra-Trainer darf für diese die Prüfung nicht abnehmen.
Will ein Halter die Prüfung ohne vorherige Schulung ablegen, also seinen Hund selbstständig ausbilden, sind ihm diese Richtlinien sowie der Fragenkatalog (ohne Antworten!) gegen eine entsprechende Schutzgebühr auszuhändigen.
Die Prüfung besteht aus 3 Teilen:
- Überprüfung von Halter und Hund im öffentlichen Gelände mit der Möglichkeit des Freilaufs des Hundes. Es muß mindestens eine Ablenkung mit einem anderen Hund sowie mindestens eine Ablenkung durch Fußgänger, Radfahrer und / oder Jogger gegeben sein
- Überprüfung von Halter und Hund im Stadtbereich. Hier ist der Hund grundsätzlich angeleint zu führen
- Sachkundenachweis des Halters anhand des Fragenkataloges
2. Anforderungen an die Prüfungszone (n)
In den meisten Fällen wird es erforderlich sein, die Prüfung in 3 verschiedene Zonen /Abschnitte aufzuteilen
- Zone 1: Allgemeiner Teil mit der Möglichkeit für den Hund, unangeleint zu laufen und sich zu lösen (dies darf kein eingezäuntes Gelände sein)
- Zone 2: Stadtteil
- Fragen an den Hundeführer
Alle Zonen können aber –im Idealfall- nahtlos ineinander übergehen. In diesem Fall darf die Dauer der Prüfung 60 Minuten nicht überschreiten.
3. Prüfungsablauf
Teil 1 –Freilauf + Begegnungen- Dauer etwa 30 Min.
Hund, HF, Trainer und Prüfer treffen sich nach Absprache in Zone 1. Hier soll bereits das Verhalten das Hundes beurteilt werden, indem der Prüfer alle Anwesenden mit Handschlag begrüßt. Der angeleinte Hund muß dabei neben seinem HF sitzen oder liegen und sich dabei dem Prüfer, anderen Personen und evtl. anderen noch vorhandenen Hunden gegenüber neutral verhalten.
Dauer dieser Übung 2-3 Minuten.
- Zeigt der Hund Aggression gegenüber Menschen oder Tiere, ist die Prüfung abzubrechen und gilt als nicht bestanden
Nach der Begrüßung geht der HF mit seinem angeleinten Hund (erlaubt sind nur Halsband aus Leder oder Kunststoff, Kette nicht auf Zug, Kopfhalfter oder einfaches Führgeschirr) in vorher vereinbarter Richtung los. Auf Zeichen des Prüfers wird der Hund ins Sitz gebracht, abgeleint und auf Hörzeichen (HZ) des HF entlassen. Der Hund soll etwa 5 Minuten Gelegenheit bekommen, sich zu lösen und zu entspannen. Der Hund hat Tabuzonen (fremde Grundstücke, Hofeinfahrten, Sport- und Spielplätze, Felder, vom Weg ab in den Wald etc.) zu beachten!! HF hat dann auf ein Zeichen des Prüfers den Hund heranzurufen, der Hund hat zu kommen und muß sich unaufgefordert setzen (tritt vorher eine Situation ein, die das Heranrufen des Hundes erforderlich macht, hat der HF selbst darauf zu achten!!)
Dauer dieser Übung etwa 10 Minuten
- die Prüfung ist sofort abzubrechen und gilt als nicht bestanden, wenn der Hund mehr als zweimal Tabuzonen nicht auf das erste HZ des HF verlässt
- die Prüfung ist sofort abzubrechen und gilt als nicht bestanden, wenn der Trainer eingreift bzw. eingreifen muß
- die Prüfung ist sofort abzubrechen und gilt als nicht bestanden, wenn ersichtlich ist, dass der Hund mit Starkzwangmitteln zum Gehorsam gebracht worden ist
- die Prüfung ist sofort abzubrechen und gilt als nicht bestanden, wenn HF den Hund mehr als zweimal rufen muß, bevor der Hund zurückkommt
- die Prüfung ist sofort abzubrechen und gilt als nicht bestanden, wenn der Hund Zeichen von Aggression gegenüber Menschen, Tiere oder Gegenstände, auch Fahrzeuge, zeigt
Die nächsten 5 Minuten sind –beim freilaufenden Hund- zwei Begegnungen mit Spaziergänger /Radfahrer / Jogger und einem entgegenkommenden Hund einzubauen. HF ruft seinen Hund erst dann zu sich, wenn der Hund die Ablenkung gesehen hat (Prüfer gibt HF Signal!) Der Hund wird angeleint oder sitzt neben HF und nach der ersten Begegnung wieder entlassen. Die zweite Begegnung wird wie die erste durchgeführt.
Dauer dieser Übung etwa 5 Minuten
- die Prüfung ist sofort abzubrechen und gilt als nicht bestanden, wenn der Hund HZ ignoriert und zu der Ablenkung läuft
- die Prüfung ist sofort abzubrechen und gilt als nicht bestanden, wenn der Hund Aggression gegenüber Tieren, Menschen oder Fahrzeugen zeigt
Die nächsten 5-10 Minuten hat der Hund verkehrsabgewandt an der Leine bei Fuß zu gehen. Es muß eine Begegnung mit Menschen und einem anderen, angeleinten Hund stattfinden. Der Hund hat ruhig neben seimem HF zu gehen oder zu sitzen. HF kann seinen Hund auch mit Platz disziplinieren.
Dauer dieser Übung etwa 10 Minuten
- die Prüfung ist sofort abzubrechen und gilt nicht als bestanden, wenn der Hund Aggression gegenüber anderen Tieren, Menschen oder Fahrzeugen zeigt
- der Hund unkontrolliert an der Leine zerrt und nicht spätestens mit dem 3. HZ zum Gehorsam (bei Fuss gehen) zu bringen ist
Teil –2- (Stadtteil) Dauer nicht mehr als 30 Minuten
Ist es nicht möglich, diesen Teil direkt an den vorherigen anzuschließen, fahren Hund, HF, Trainer und Prüfer gemeinsam in die Stadt.
HF geht mit seinem Hund im HZ „Fuß“ (o.a.) los, der Hund ist in diesem Bereich grundsätzlich angeleint.
Der Weg soll vom HF oder Trainer (ortskundig!) so festgelegt sein, dass Ampeln, Fußgängerüberwege und auch stark befahrene Strassen sowie Einkaufsmöglichkeiten vorhanden sind.
Im HZ „Fuß“ muß der Hund bei locker durchhängender Leine (Korrektur ist erlaubt) immer auf der verkehrsabgewandten Seite geführt werden. Bei jeder Straßenüberquerung hat der HF stehenzubleiben und der Hund sich ins „Sitz“ zu begeben. In die Stadtprüfung sind folgende Ablenkungen einzubauen:
- Begegnungen mit Passanten, Kindern + Kleinkindern, evtl. Speilplatz tangieren, wobei der Hund sich neutral zu verhalten hat
- Mindestens 2 Begegnungen mit anderen Hunden, wobei sich der Hund neutral zu verhalten hat
- HF betritt mit dem Hund ein vorher vereinbartes Geschäft (Zeitungsladen o.ä.) und kauft dort eine Kleinigkeit – der Hund sitzt oder liegt an geeigneter Stelle und hat sich neutral zu verhalten
- die Prüfung ist abzubrechen und gilt als nicht bestanden, wenn der Hund Passanten, andere Hunde, Fahrzeuge o.ä. belästigt
- die Prüfung ist abzubrechen und gilt als nicht bestanden, wenn der HF keine geeigneten Mittel mit sich führt, evtl. durch den Hund verursachte „Spuren“ (Kot) zu entfernen
- die Prüfung ist abzubrechen und gilt als nicht bestanden, wenn der Trainer eingreift bzw. eingreifen muß
Zu beliebiger Zeit, jedoch nicht während der praktischen Prüfung in Zone 1 oder 2 stellt der Prüfer dem HF die 12 Fragen gemäß Fragenkatalog.
Besteht der HF den theoretischen Teil nicht, darf dieser Teil separat innerhalb von 2 Wochen, jedoch nicht am gleichen Tag mit anderen Fragen wiederholt werden.
Bei Nichtbestehen der praktischen Prüfung kann / darf eine Wiederholung nicht vor 6 Wochen erfolgen. Besteht ein Team die Wiederholung nicht, ist eine weitere Vorstellung zur Prüfung innerhalb von 8 Monaten nach der zweiten Prüfung nicht zulässig. Wird der Hund dann ein 3. Mal vorgestellt und besteht nicht, ist eine weitere Prüfung nicht möglich. Der Dehra-Trainer Hundeführschein ist grundsätzlich auf Hund und Hundeführer bezogen und gilt nicht für alle Hunde eines Führers oder alle Führer eines Hundes.
Basis dieser Richtlininen ist die anläßlich der Arbeitstagung der Dehra-Trainer vom 15.4.2000 verabschiedete Begleithunde-Prüfung der Dehra-Trainer. Der Dehra-Hundeführschein ist in fast allen Bundesländern und Kommunen als Sachkundenachweis der Hundehalter anerkannt.
© W. Brakhage 2002

